Was macht ein umtriebiger Reisejournalist in den Weihnachtsferien? – Er raucht sich eine Shisha an (am liebsten Pflaumentabak) und ordnet die Erinnerungen an seine Reisen. Das Ergebnis:Die persönliche Top-Ten meiner bisherigen Reisen.
1. Iran. Ein faszinierendes Land der Widersprüche, Doppelmoral und der erstaunlich großen Offenheit der jungen Perser.
Was man gesehen haben sollte: den Schah-Palast-Pomp im Moloch Teheran, die Wüstenstadt Yaszd mit den Windtürmen und den „Türmen des Schweigens“, Shiraz – die Stadt der Liebe, der Rosen und der Dichter, Isfahan - die Stadt der Brücken und des „Großen Platzes“ und natürlich die antike Stätte Persepolis.
Tipp für Shisha-Freaks: Am Großen Platz gibt’s ein uriges Teehaus mit einer Dachterasse im 1. Stock, von dem aus man einen super Überblick über den Platz hat. Köstlicher Orangentabak!
2. Jordanien. Indiana Jones, schau oba: Wer in Petra durch die enge Schlucht wandern und mit einem Mal das in den rosaroten Felsen gemeißelte Schatzhaus der Nabatäer sieht, dem bleibt die Spucke weg!
Was man sonst gesehen haben muss: Madaba – die Stadt der Mosaike, die Felsformationen in der Wüste Wadi Rum, die Lawrence von Arabien zu den „Fünf Säulen der Weisheit“ inspirierte, die Römerstadt Jerash, den Moses-Berg Nebo, wo der alte Herr aus der Bibel das gelobte Land sah, die Ritterburg Kerak. Nicht versäumen: ein Bad im Toten Meer, bei dem man garantiert nicht untergehen kann.
Was man links liegen lassen kann: Akaba, die Stadt am Roten Meer. Die Badestrände sind gelinde gesagt wenig erbaulich, daher nur für Taucher interessant.
Tipp für Shisha-Freaks: Im „Captains’ Desert Camp“ im Wadi Rum schmeckt nicht nur das frisch gebackene F´ladenbrot besonders köstlich, sondern auch die Shisha. In diesem Ambiente ist sogar die Art des Tabaks egal.
3. Berlin. Die hippe Weltstadt hat immer Saison. Mein Lieblingsbezirk ist Mitte. Dort ist rund um die Uhr der Bär los. Zwischen Alexanderplatz und Oranienburger Straße gibt’s trendige Läden und coole Lokale (natürlich auch Shisha). An jeder zweiten Straßenecke gibt’s eine Galerie oder ein winziges Theater. Da kann’s einem passieren, dass einem eine Berliner Schnauze in der Nacht vor einem offenen Garagentor anquatscht: „Kommste rein, da drin gibt’s ne dufte Vernissage.“ Meine Frage: „Und wer ist der Künstler?“ – Antwort: „Keene Ahnung, aber det Bier hier is famos und kostet nix.“ Das ist die Berliner Luft!
Was man gesehen haben sollte: natürlich das Brandenburger Tor, die Museumsinsel, Alexanderplatz, das DDR-Museum am Checkpoint Charlie, diverse Schlösser und Gärten, aber vor allem die vielen schrillen, lustigen Typen. Eine u-Bahn-Fahrt wird oft zum Konzert von politisierenden Straßenmusikanten.
4. Sarlat. Ein mittelalterliches Kleinod östlich von Bordeaux, kennt in Österreich kein Schwein, ist aber ein unvergessliches Erlebnis für Romantiker. Abends wird hier noch die Gasbeleuchtung aufgedreht, man sitzt auf dem Hauptplatz und genießt Entenleberpastete, Trüffelsalami und was weiß ich noch alles – und dazu natürlich Bordeaux. Hier steigt der Wasserpfeifer stilgerecht auf Zigarre um.
Was man in der Umgebung gesehen haben sollte: die Höhlenmalereien von Lascaux, die entzückenden Städtchen im Dordogne-Tal wie Bergerac (Heimat des Cyrano), diverse Schlösser, Prachtgärten und Grotten, die Markt-Stadt Perigieux, die herausgeputzte Wein-Hauptstadt Bordeaux.
Unterkunft: Das „Haus des Königlichen Advokaten“ ist eine entzückende Frühstückspension direkt am Hauptplatz. Fenster auf, Mittelalter rein – so die Devise. Unbedingt das Zimmer mit dem Balkon mit Blick auf die Kirche buchen! Der Vermieter, ein Pariser Journalist, stellt jeden Morgen das Frühstück vor die Tür, und man genießt frisches Baguette und herrlichen Kaffee auf dem Balkon. www.toulemon.com
5. Lanzarote. Urlaub am blauen Meer und auf der schwarzen Lava. So bizarr kann relaxen sein. Hier begegnet man auf Schritt und Tritt den Spuren des „Hundertwasser“ der Kanaren: des Malers, Architekten und Umweltschützers César Manrique.
Was man gesehen haben sollte: die Feuerberge des Nationalparks Timanfaya, das einstige Wohnhaus von César Manrique, Grotte Jameos del Agua, das Aussichts-Restaurant Mirador del Rio, Kaktusgarten, Haria – das Tal der 1000 Palmen.
Unterkunft-Tipp: Finca La Corona. Ein luxuriöses, perfekt ausgestattetes Landhaus mit Freiluftbecken, Fitnesscenter und Whirlpool mit Blick auf den Vulkan La Corona, inmitten der „Weinberge“ (!) im Nordosten von Lanzarote.
www.rural-villas.com/finca_la_corona_de.htm
6. Kreta in der Vorsaison. Selbst die Touristen-Insel Nummer Eins kann noch typisch griechisch sein. Dann nämlich, wenn die Tourismusorte gerade erst aufsperren und die Tavernenwirte und Honigverkäufer sich noch über jeden Kunden freuen. Besonders gemütliches Platzerl für Romantiker, denen griechische Beschaulichkeit wichtiger ist als ein kilometerlanger Sandstrand: Paleochora im Südosten der Insel.
7. Kambodscha. Die gigantische Tempelstadt Angkor ist für sich eine Reise wert. Aber das einst von Pol Pots Killer-Regime geschundene Land hat viel mehr zu bieten. Besonders Erlebnis für 2cv-Fans: Mit der Ente durch Kambodscha. Info: www.2cvraids.com/
8. Kapstadt. Ein Stück koloniales Europa am südlichsten Zipfel Afrikas, am Fuße des Tafelberges. Auch wenn es ein wegen der Kriminalität nach wie vor nicht ganz ungefährliches Pflaster ist, hat mich die Stadt fasziniert. Nicht nur, aber auch wegen der köstlichen Fischgerichte und wegen der edlen Tropfen. Adrette Winzerhöfe in den Weinvororten, Kap der Guten Hoffnung, Seelöwen-Kolonie und ein Strand nur für kleine Pinguine – das hat schon was.
9. Ramsau/Dachstein. Jugendhassliebe rostet nicht. Hier hat mich meine Mutter als Kind praktisch zu allen Jahreszeiten hingekarrt. Das Gelübde „Nie wieder Ramsau“ ist längst einem „Immer wieder gerne Ramsau“ gewichen. Der steirische Ort am Fuße des Dachsteins ist ein Dorado, wenn ich mal nirgendwohin verreisen möchte/muss. Würzige Luft und eine abwechslungsreiche Landschaft, dazu jede Menge kulinarische Verwöhn-Betriebe – mehr braucht’s nicht.
10. Ägyptens Weiße Wüste. Meine letzte Reise 2007 – und eine meiner faszinierendsten Trips. Südwestlich von Kairo habe ich Wüste in fast allen Facetten erlebt – von der Bilderbuch-Sandkiste über Schwarzer Wüste und Salzformationen bis hin zur Weißen Wüste. Die Natur hat hier bizarre Skulpuren aus Gips geschaffen. Mehr davon demnächst.



Lieber Herr Rajchl, der link vom jeller-blog ist gut und finde ihre Seite auch wirklich gut und interessant – freue mich auf noch viele Artikel von schönen Zielen….
Lg
j.Redl